Kunst ist NICHT demokratisch

Kunst ist NICHT demokratisch (Bezüglich Figur „Helga“ auf dem Kreisverkehr Emsdetten) Stellen sie sich vor, sie sitzen mit vielen Menschen gemeinsam im Kino. Sie sitzen dort seit ihrer Geburt und haben nie etwas anderes gesehen als die Bilder auf der Leinwand. Dann schafft es einer sich zu befreien, geht vor die Tür und kann mit all seinen Sinnen plötzlich die ihn umgebende andere Wirklichkeit erfahren. Er kommt zurück und will davon berichten. Wird er ernst genommen werden? Wohl kaum. Warum auch sich mit einer anderen Wirklichkeit, mit Kunst, auseinandersetzen, wenn es Gartenzwerge gibt. Warum Literatur in der Stadtbibliothek anbieten, wenn doch Micky Mouse und Donald Duck reichen? Wenn Kunst demokratisch wäre, gäbe es sie nicht. Emsdettener Künstler, der Welbergener Kreis, der Kunstverein sowie die Galerie Münsterland haben viel Engagement in den letzten Jahren gezeigt, damit Emsdetten nicht zur kulturellen Diaspora wird. So wird auch, glücklicherweise, nicht demokratisch entschieden, was der Kunstverein oder die Galerie Münsterland präsentieren. Hier wird kulturelle Verantwortung praktiziert. Eine Verantwortung, die sich die Emsdettener Politiker nicht zutrauen. Sie halten sich lieber an einen scheinbaren, massenkompatiblen „Geschmack“, der eher dem „Trend eines gedankenlosen Konsums“ entspricht, als den kulturpolitischen Forderungen nach kultureller Bildung. Auch stünden für Kunst keine finanziellen Mittel zur Verfügung, so dass die Verantwortung – wie bei „Helga“ – an lediglich „merkantil orientierte“ Geschäfts- und Immobilienvertreter abgegeben wird. Doch wenn es um Entscheidungen der Innenstadtsanierung geht, können seitens der Gemeinde locker mal Millionen ausgegeben werden, begründet unter dem „Deckmantel“ politischer Verantwortung. Politiker werden gewählt um Verantwortung zu übernehmen, nicht um die Bürger lediglich mit „Bespaßungs-Aktionen“ ruhig zu stellen. In der Kunstzeitung vom Oktober 2010 äußert sich Kulturstaatsminister Bernd Neumann dahingehend, dass er der festen Überzeigung sei: „Kultur ist kein Sahnehäubchen, sondern die Hefe im Teig, die gesellschaftlich notwendige Prozesse in Gang setzt und gegen die Verflachung des geistigen Lebens arbeitet.“

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